Siena

Neben Florenz und Pisa ist Siena eine die wohl bekannteste Stadt der Toskana. Das liegt im nicht unerheblichen Maß am weltbekannten Palio – dem Pferderennen im Zentrum der Stadt. Siena begrüßt seine Besucher schon von weitem: Die unverwechselbare Silhouette der Stadt, mit ihren unzähligen Türmen und Kuppeln, thront auf insgesamt drei Hügeln hoch über der malerischen Landschaft, die von Olivenbäumen und Zitrus-Gärten geprägt ist. Für Viele ist Siena die schönste Stadt der Toskana und das nicht zu unrecht. Obwohl sie nicht mit dem Reichtum an Kunstschätzen, den Florenz bietet, mithalten kann, beeindruckt Siena seine Besucher mit mittelalterlichem Flair, viel Geschichte und einer einzigartigen Lebensfreunde. Ganz typisch ist die fast einheitlich braune Farbe der Gebäude. Das „Sienabraun“ ist ein warmer Braunton, welcher aus dem Lehmboden der Gegend gewonnen wird und der die Stadt dominiert. Siena gehört außerdem dank seiner zahlreichen Gebäude, die die lebendige Piazza del Campo säumen und teilweise noch aus dem 12. Jahrhundert stammen, schon seit einigen Jahren zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Siena Toskana - Dom Santa Maria Assunta

Die Piazza del Campo

Der zentrale Platz der Stadt ist die muschelförmige Piazza del Campo und allein schon aufgrund des ständigen bunten Treibens, das dort herrscht, einen kurzen Besuch wert. Die zahlreichen historischen Gebäude, die den Platz säumen, bieten ein einzigartiges Bild. Wer nach oben sieht, sieht den Torre del Mangia, der zum Palazzo Publico gehört und mit insgesamt 102 Metern Höhe einen atemberaubenden Blick auf die ganze Stadt bietet. Der Turm trägt den Namen eines Glöckners, der vor vielen Jahren die Turmglocke schlug und „Mangiaguadagni“ hieß – der Turm wurde ihm zu Ehren später mit dieser Kurzform benannt.
Ebenfalls auf dem Platz befindet sich das Museum Museo Civico, es liegt, genau genommen, im Palazzo Publico und zeigt beeindruckende Fresken aus verschiedenen Epochen.

Palio – Das Pferderennen

Das größte Ereignis für Siena findet jedes Jahr am 2. Juli und am 16. August auf der Piazza del Campo statt: Der Palio ist ein von vielen Besuchern begleitetes Pferderennen, das zu Ehren der heiligen Jungfrau ausgetragen wird. Zu gewinnen gibt es eine Marienfahne aus Seide, den Palio. Startberechtigt sind nur Einheimische, ein Reiter aus jedem Teil der Stadt. Hier treten alle 17 Quartiere gegeneinander an und versuchen, so schnell wie möglich zu Pferd das Ziel zu erreichen. Da die Reiter vollkommen ohne Sattel reiten und nur mit Gürtel und Zügel ausgestattet auf dem Pferd sitzen, ist dieses Ereignis ein besonders spannendes Erlebnis. Stürze sind keine Seltenheit, auch zu schlimmen Verletzungen bei Pferden und Reitern kommt es regelmäßig, weshalb Tierschützer den Palio zu verhindern versuchen.

Sollte man zum Termin eines Palio in Siena zu Besuch sein, sollte man ihn trotzdem nicht verpassen. Allerdings sollte man schon frühzeitig daran denken, sich Karten zu sichern, denn der Platz wird am Tag des Ereignisses großflächig abgesperrt.

Der Dom zu Siena – Duomo Santa Maria Assunta

Das wichtigste Wahrzeichen der Stadt ist ganz ohne Zweifel der Duomo Santa Maria Assunta. Diese Kathedrale befindet sich auf dem höchsten Punkt Sienas und sollte unbedingt besucht werden. Die Westfassade des imposanten Gebäudes ist sehr beeindruckend: Sie ist vom berühmten Künstler Giovanni Pisado reich mit Malereien und Skulpturen verziert worden. Auch das Innere des Doms ist sehenswert: Der Fußboden ist mit feinen eingeritzten Darstellungen verziert. Lediglich im September ist der gesamte Boden freigelegt, im restlichen Jahr wird er von Platten geschützt, um die Verzierungen vor den Füßen der Tausenden von Besuchern, die im Jahr nach Siena kommen, zu schützen.

Kunst, Kultur und Kulinarisches

Kunstliebhaber sollten sich die Pinacoteca Nazionale nicht entgehen lassen. Sie ist die wohl bedeutendste Galerie der Stadt und begeistert ihre Besucher mit einer umfangreichen Kunstsammlung, die aus Werken verschiedener Epochen besteht: Teilweise stammen die Skulpturen und Gemälde sogar noch aus dem 12. Jahrhundert, ein Großteil wird jedoch auf das 16. Jahrhundert datiert.
Nicht zuletzt sollte man sich genügend Zeit nehmen, die kulinarischen Highlights der Stadt kennenzulernen: Feines Zuckergebäck wie Ricciarelli oder auch knusprige Vorspeisen-Schnitten, die Crostini, können in zahlreichen Geschäften und kleinen Trattorias probiert werden. Die toskanische Küche zeichnet sich durch ihre frischen, mediterranen Zutaten aus und ist ein wahrer Genuss.

Ein guter Tipp: Wer die Hauptstraßen verlässt und auch mal in kleine Seitengassen abbiegt, entdeckt die besten Lokale.

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