Santa Maria della Spina, Pisa

Wer die großen weltberühmten Bauwerke Pisas – den Schiefen Turm, das Baptisterium und den Dom auf dem Campo die Miracoli – besichtigt hat, sollte sich noch Zeit für ein weniger bekanntes architektonisches Kleinod der Stadt am Arno nehmen. Die Kirche „Santa Maria della Spina“ ist vom Schiefen Turm aus leicht zu Fuß zu erreichen, der Spaziergang lohnt sich wirklich.
Vom Schiefen Turm aus geht es auf der Via Roma in Richtung Süden, am Botanischen Garten vorbei, dann über die Solferino-Brücke („Ponte Solferino“) auf die andere Seite des Arno. Nach der Brücke sind noch ca. 50 m nach links auf der Straße Lungarno Gambacorti zu gehen, dann erreicht der Spaziergänger die kleine Kirche, die unmittelbar über dem Flussufer steht.

Die Geschichte von Santa Maria della Spina

„Santa Maria della Spina“ wurde im Jahr 1230 im gotischen Stil erbaut. Das Gotteshaus trug damals den Namen „Santa Maria de Pontenuovo“ („Heilige Maria von der neuen Brücke“ – nach der Arno-Brücke in der Nähe). Gut hundert Jahre später, im Jahr 1333, erhielt die Kirche dann ihren heutigen Namen, der auf Deutsch „Heilige Maria vom Dorn“ bedeutet. Der Name weist auf eine berühmte Reliquie hin, die ab 1333 in der Kirche aufbewahrt wurde, nämlich einen Dorn von der Dornenkrone Christi! (Diese Reliquie befindet sich allerdings heute nicht mehr in „Santa Maria della Spina“, sondern in „Santa Chiara“.) Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche von ihrem ursprünglichen Platz weiter unten – fast auf gleicher Höhe mit dem Fluss -, entfernt, weil sie durch Hochwasser beschädigt worden war, und etwas höher über dem Fluss originalgetreu wieder aufgebaut.

Architektur von Santa Maria della Spina

Die kleine Kirche hat einen rechteckigen Grundriss. Sie steht parallel zum Fluss. Daher ist die dem Ufer zugewandte Längsseite des Bauwerks besonders reich mit Marmor geschmückt: Dort stehen in dreizehn Nischen beeindruckende Statuen von Engeln und Heiligen. Auch die drei schmalen typisch gotischen Türmchen über der Frontseite der Kirche sind von Statuen gekrönt. Die Statuen stammen zum Teil von der Künstlerfamilie Pisano – Andrea Pisano (1290 – 1348) und seinen Söhnen.

Der Innenraum von Santa Maria della Spina

Der Innenraum der Kirche ist recht einfach gehalten. Drei Statuen (Madonna mit Kind, Johannes der Täufer und der Heilige Petrus) fallen besonders auf. Außerdem ist noch der Tabernakel vorhanden, in dem früher die Dornen-Reliquie aufbewahrt wurde. Wer die Kirche von innen besichtigen möchte, muss Eintritt bezahlen!

Santa Maria della Spina

Lungarno Gambacorti
Pisa PI
Italien

Web: http://www.diocesidipisa.it/ (IT)

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